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Ein voller Bauch studiert nicht gern – aber er macht jung!

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Ein voller Bauch hält den Siebenschläfer jung Foto: Gabrielle Stalder

Ein voller Bauch hält den Siebenschläfer jung
Foto: Gabrielle Stalder

Siebenschläfer können die Uhren der Zeit zurückdrehen, wie ihre hohe Lebenserwartung beweist. Doch das ist nicht wie zuerst geglaubt auf ihren Winterschlaf zurückzuführen. Vielmehr können sie die End-Kappen ihrer DNA reparieren und sich dadurch verjüngen. Und das gelingt ihnen ausgerechnet mit viel Essen.

Um mehr als die Hälfte höher ist die Lebenserwartung bei den Siebenschläfern im Gegensatz zu etwa gleich großen Säugetieren wie Mäuse, Ratten oder Eichhörnchen. Die Wissenschaft führte das bisher auf den Winterschlaf zurück, den die Siebenschläfer bis zu elf Monate am Stück halten. Tatsächlich lässt der herkömmliche Winterschlaf die Endkappen aber schrumpfen, fand Franz Hoelzl von der Veterinärmedizinischen Medizin heraus.

Die Verfügbarkeit von Nahrung macht den Unterschied

Anders verhält es sich die restliche Zeit im Jahr eines Siebenschläfers. „Abhängig von der Verfügbarkeit von Nahrung während der Wachphase wachsen die Telomere dieser Nager nicht nur, die Tiere können den Verlust aus dem Winterschlaf sogar überkompensieren“, sagt der Wissenschafter vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie.

Das könnte der Grund für die höhere Lebenserwartung sein. Den Einfluss der Nahrungsverfügbarkeit auf die Länge der Telomere testete das Forscherteam mit einem Trick. Sie wählten für ihr Experiment ein Jahr mit geringem Vorkommen von Bucheckern, der bevorzugten Nahrungsquelle der Siebenschläfer.

Die Daten wurden in freier Wildbahn gesammelt

Im Wienerwald nahmen die Biologen der Vetmeduni Vienna Speichelproben von den frei lebenden Siebenschläfern. Einmal vor dem Experiment und einmal danach, um die Länge der Telomere zu bestimmen. Während des Versuchszeitraums teilten Hoelzl und seine Kollegen die Siebenschläfer in zwei Gruppen. Die einen bekamen zusätzlich Sonnenblumenkerne als Futter, die anderen mussten ausschließlich vom natürlich verfügbaren Futter leben. Es stellte sich heraus, dass nur die Telomere jener Gruppe wuchsen, die zusätzliches Futter bekam. Sie wurden Dank der reichlichen Nahrung quasi jünger.

Während des Winterschlafs passiert genau das Gegenteil, wie das Forscherteam herausfand. Die Telomere aus den Speichelproben waren danach kürzer als davor. Hoelzl und seine Kollegen machen dafür oxidativen Stress in den Zellen während der regelmäßigen, kurzen Aufwachphasen verantwortlich. Diese brauchen die Siebenschläfer, um ihre Körperfunktionen aufrecht zu halten.

Die Publikation erschien im Journal of Experimental Biology.

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