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Das neue Lehrerdienstrecht kommt

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Am Abend wurde das neue Lehrerdienstrecht mit leichten Änderungen im Parlament verabschiedet. Foto: APA-Picture Desk

Am Abend wurde das neue Lehrerdienstrecht mit leichten Änderungen beschlossen
Foto: APA-Picture Desk

Gestern Abend verabschiedete der Nationalrat das neue Lehrerdienstrecht. Über zehn Jahre lang konnten sich Gesetzgeber und Sozialpartner darüber nicht einigen. Nun gibt es für die Lehrer neue Regeln zu Gehalt, Arbeitszeit und Kündigung.

Nach jahrelangem öffentlichem Diskurs wurden jetzt bis zu 65 Jahre alte Bestimmungen neu geregelt. Die Lehrverpflichtung wird von derzeit 20 auf grundsätzlich 24 Wochenstunden angehoben. Es kommen allerdings Ausnahmen hinzu. Für Klassenvorstände, Beratungslehrer oder Lehrer von Schularbeitsfächern sinkt sie um zwei Stunden. In Gymnasien und höheren berufsbildenden Schulen sinkt die Stundenzahl noch weiter: Klassenvorstände, die etwa ausschließlich in Schularbeitsfächern wie Mathematik, Deutsch oder Fremdsprachen unterrichten, haben eine reduzierte Lehrverpflichtung von 20 Stunden. Mischformen, wie Unterricht in Ober- und Unterstufe oder in Haupt- und Nebenfächern, werden anteilig berücksichtigt.

Im Gegenzug fällt die Fächerzulage weniger hoch aus. Nun sind es nur mehr 30 Euro anstatt der ursprünglichen 36 Euro. Oberstufenlehrer von Nebenfächern bekommen zusätzliche zwölf Euro pro Wochenstunde. In der Unterstufe beträgt die Fächerzulage für Schularbeitsfächer 24 Euro. Volksschullehrer, die auch Schularbeiten zu korrigieren haben, schauen durch die Finger.

Weiteres durch Abschläge der Wochenstunden und Gehalts-Zuschläge für Fächer, die mehr Vor- und Nachbereitung bedürfen, soll Gerechtigkeit geschaffen werden; wie etwa zwischen einer Mathematik-Lehrerin mit Schularbeiten und einem Turnlehrer ohne Bedarf einer Nachbereitung.

Höhere Einstiegsgehälter

Junglehrer steigen nun mit einem Gehalt von 2.420 Euro brutto ein. Das sind in der Oberstufe 200 Euro und in allen anderen Stufen 420 Euro mehr als bisher. Gleichzeitig wird aber das Höchstgehalt gedeckelt. Ohne Zulagen beträgt es nunmehr 4.330 Euro. Oberstufenlehrer entgehen dadurch 820 Euro, Unterstufen- und Volksschullehrern 170 Euro.

Supplierung, Bachelor und Kündigung

Lehrer müssen bei triftigen Gründen für fachfremde Kollegen einspringen – mit dem neuen Lehrerdienstrecht auch außerhalb von Pflichtschulen. Nach einem Semester hat der supplierende Lehrer allerdings ein Zustimmungsrecht.

Zwar hat das dreigliedrige Bologna-System den Bachelor-Absolventen die Hintertüre zum Unterrichten geöffnet, allerdings wird dieses Vorgehen wieder abgeschafft. Alle Bachelor-Lehrer müssen innerhalb von fünf Jahren einen Master-Abschluss vorweisen. Das heißt auch, dass alle Pädagogen ein Masterstudium absolviert haben müssen. Im neuen Lehrerdienstrecht dürfen sich dafür dann alle „Professor“ nennen. Eine Begleiterscheinung, die vor allem AHS-Lehrer stark kritisierten.

Keinen Master innerhalb von fünf Jahren nachgeholt zu haben stellt einen Kündigungsgrund dar. Generell sind Kündigungen im Recht der Vertragsbediensteten nur noch unter bestimmtem Voraussetzungen möglich. Das bedeutet eine Abschwächung der Pragmatisierung, ist allerdings immer noch ein stärkeres Kündigungsrecht als unter Angestellten.

Kein Unterstützungspersonal

Strittig und außen vor bleibt nach wie vor die Regelung über administratives Hilfspersonal zur Unterstützung der Lehrer. Die Regierung wurde über den Verfassungsausschuss unverbindlich aufgefordert dafür ein Modell zu entwickeln. Darüber hinaus soll sie eine Evaluierung des neuen Dienstrechts, zusammen mit einer Studie zur Arbeitszeit, bis 2018 durchführen.

Das neue Lehrerdienstrecht tritt erst in fünf Jahren in Kraft. Neue Junglehrer können in der Zwischenzeit schon in das neue Recht optieren.

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